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HM-Stratosphärenballon abgehoben

Kurz vor dem Start: die Studierenden zusammen mit ihrem Stratosphärenballon und dem betreuenden Professor. (v.l.n.r. Stephan Filser, Philipp Keller, Barbara Hollinger, Simon Goletz, Sören Detriche, Julian Leirer, Bianca Schlachtbauer, Prof. Dr. Claudio Zuccaro) (Foto: Prof. Dr. Björn Kniesner)
Kurz vor dem Start: die Studierenden zusammen mit ihrem Stratosphärenballon und dem betreuenden Professor. (v.l.n.r. Stephan Filser, Philipp Keller, Barbara Hollinger, Simon Goletz, Sören Detriche, Julian Leirer, Bianca Schlachtbauer, Prof. Dr. Claudio Zuccaro) (Foto: Prof. Dr. Björn Kniesner)

[22|06|2018]

So lief die Mission „HM Strato“

 

Letzte Woche starteten acht Studierende auf dem TU-Gelände in Garching einen Stratosphärenballon, der in über 30 Kilometer Höhe aufstieg. In der angehängten Styropor-Gondel transportierte der Ballon ein System aus Mess- und Kommunikationstechnik und einer Kamera. Dieses entwickelten die Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Masterstudiengang Systems Engineering an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

 

Gelungener Start, problematische Landung

Drei Monate lang bereiteten die Studierenden den Messballon vor: Sie spezifizierten im Rahmen der Projektarbeit Anforderungen, identifizierten die beste technische Lösung und testeten ausführlich. Der Start des Ballons in die Stratosphäre lief reibungslos. Bevor er platzte und die Styroporgondel an einem Fallschirm in den Sinkflug überging, stieg der Ballon circa zwei Stunden in die Höhe. Anhand eines Onlinetools prognostizierte das Team die voraussichtliche Flugroute des Ballons. So machten sich die Studierenden bald darauf auf den Weg in die Ammergauer Alpen, wo die Nutzlast nach einem dreieinhalbstündigen Flug wieder auf der Erde landen sollte. „Die Übertragungstechnik schickte kontinuierlich Daten wie die Positionskoordinaten und Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit an unseren Laptop und die Bodenstation an der Hochschule“, erklärt ein Teammitglied.

 

Leider brach die Funkverbindung kurz vor Landung ab, wodurch keine weiteren Koordinaten bezüglich des Aufenthaltsorts mehr empfangen werden konnten. Aufgrund der Umgebung in Oberammergau mutmaßen die Studierenden, dass der Ballon auf einem Berg beziehungsweise in einem Wald gelandet ist. „Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf, unser Flugobjekt noch zu finden und weitere Daten auswerten zu können“, sagt ein weiterer Studierender, „zumal mit Sicherheit beeindruckende Fotoaufnahmen aus der Stratosphären entstanden sind.“ Um die Chancen einer Bergung zu steigern, starteten die Studierenden deshalb einen Aufruf bei dem lokalen Sender „Radio Oberland“. In einem kurzen Interview erläuterte Student Stephan Filser die Situation und bat die ZuhörerInnen vor Ort ihre Augen nach dem Styroporwürfel und dem roten Fallschirm des „HM Strato I“-Projektes offen zu halten.

 

Noch höher hinaus

Prof. Dr. Claudio Zuccaro hatte den Studierenden die herausfordernde Aufgabe gestellt und sie im Projekt betreut. Über die Leistung seiner Studierenden freut er sich: „Die Studierenden haben das Ziel, den Ballon steigen zu lassen, Daten zu übertragen und unsere neue Bodenstation zu testen, souverän gemeistert und dadurch den Weg für zukünftige Projekte geebnet.“

 

Der Stratosphärenballon und die erstmalig genutzte Bodenstation sind Teil von Prof. Zuccaros CubeSat-Projekt an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik (Systems Engineering). CubeSat wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Björn Kniesner von der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik (Luft- und Raumfahrttechnik) und weiteren ProfessorInnen der Hochschule München durchgeführt und hat die Entwicklung eines Satelliten zum Ziel. Ein Projekt, mit dem die Studierenden also noch höher hinaus wollen.

 

 

Bianca Schlachtbauer